Geblasen, nicht gestrichen - Neujahrskonzert der Bayerischen Polizei
"Es ist ein gutes Zeichen, wenn das Musikkorps der Bayerischen Polizei das Neue Jahr eröffnet. Sie sind ein grossartiges Aushängeschild für Bayern." sagte der Bayerische Innenminister Joachim Hermann am 25. Januar 2010 in München. Hermann ist Schirmherr des Neujahrskonzertes, das bereits zum dritten Mal im Herkulessaal der Münchner Residenz stattfand.
Dass die Musik von Johann Strauß auch ohne Geigen auskommt, bewies das symphonische Blasorchester unter der Leitung von Professor Johann Mösenbichler mit seiner professionellen Präsentation und hervorragenden
solistischen Einlagen. Eröffnet wurde das Konzert schwungvoll mit dem Aufzugsmarsch aus “Eine Nacht in Venedig” von Johann Strauß. Bei der anschliessenden Ouvertüre zum "Zigeunerbaron" gab es virtuose Solopassagen von Flöte, Klarinette und Oboe.
Strauß Sohn konnte nicht nur Walzer komponieren, sondern machte auch mit
schnellen Polkas und Märschen Furore. Das Orchester spielte die Czardas-ähnlichen Polka "Unter Donner und Blitz" mit gewaltigem Donner von den Tenorhörnern und der Pauken.
Ein Hauch von Wien bei den anschliessenden "Geschichten aus dem Wienerwald" mit Thomas Schechinger an der Zither. Zur Freude aller Zuhörer gab es von Schechinger noch eine Zugabe, nämlich das wohl bekannteste Zither-Musikstück von Anton Karas aus dem Film "Der dritte Mann".
Sopranistin Kerstin Möseneder, Mitglied im Salzburger Bachchor, und der Tenor Martin Kiener, Mitglied des Wiener Kammerchors, unterbrachen den Strauß-Reigen mit den einschmeichelnden Liedern von Franz Lehár "Meine Lippen, sie küssen so heiss" und "Gern hab ich die Frau'n geküsst".
Heiter und beschwingt begann der zweite Teil des Konzerts mit
zwei Liedern aus “My Fair Lady”. Ein selten aufgeführtes Stück stand nun Jahr auf dem Programm, die Feuerfest-Polka,
komponiert von Josef Strauss. Diese Polka dürfte wohl weltweit die einzige
Komposition sein, in der ein Amboss-Solo zu hören ist.
Zum Abschluss des offiziellen Konzertprogrammes begeisterten Kerstin Möseneder und Martin Kiener mit beliebten Melodien aus "West Side Story" und der Zugabe
“Komm’ mit nach Varasdin” aus “Gräfin Mariza”.
“Viel Schwung im Neuen Jahr” wünschten Chefdirigent Johann Mösenbichler
abschliessend noch mit dem "Radetzky-Marsch". Der Radetzky Marsch beendet sehr viele Konzerte als Traditionsmarsch in Österreich und der ganzen Welt. Jeder weiss, dass man sich mit dem Mitklatschen bei den Musikern im Orchester für das schöne Konzert bedanken kann, weshalb auch der ganze Saal begeistert mitgeklascht hat. Mösenbichler dirigierte nicht nur seine Musiker, sondern auch das Publikum mit gezielten "Klatscheinsätzen".
Zu erwähnen wäre noch Solo-Oboistin Christiane Jungbauer, die nicht nur ihr Instrument bravourös beherrschte, sondern auch charmant und witzig durch den Abend führte.
Der Erlös des Konzertes geht zugunsten der Bayerischen Polizeistiftung, wofür sich Ulrich Rudert, Vorstandsvorsitzender des Vereins, ganz herzlich beim Publikum bedankte. Seit ihrer Gründung im Mai 1977 hat die Stifung in mehr als 500 Fällen insgesamt rund 1,6 Millionen Euro an Unterstützungsleistungen ausgezahlt. Darunter waren auch 63 Fälle, bei denen Polizeibeamte im Dienst ums Leben kamen.
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Musikkorps der Bayerischen Polizei
Das Musikkorps der Bayerischen Polizei wurde bereits 1951 in Rebdorf
bei Eichstätt ins Leben gerufen. Doch seither hat sich viel verändert,
nicht nur der Standort, der bereits 1954 in die bayerische
Landeshauptstadt München verlegt wurde, und der Name, der 1990 in
Musikkorps der Bayerischen Polizei abgeändert wurde. Das Repertoire des
Musikkorps ist sehr umfangreich und schließt originale Kompositionen
der symphonischen Blasmusik und Bearbeitungen von klassischen
Ouvertüren, Filmmusiken, Musicals, Konzertmärschen und Opernauszügen
mit ein. Zum Tätigkeitsbereich der 45 Berufsmusiker gehören neben
Konzertveranstaltungen in ganz Bayern, anderen Bundesländern und im
benachbarten Ausland auch CD- und Rundfunkaufnahmen.
www.polizei-musikkorps-bayern.de