Das Ringen um die Filmförderung – eine unendliche Geschichte
Es ist, wie bei dem Klassiker der Kinderliteratur von Michael Ende, eine "Unendliche Geschichte". Besitzer grosser Kinoketten monieren seit Jahren gebetsmühlenartig die Ungleichbehandlung durch die Filmförderanstalt (FFA). Die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender zahlen zu wenig, gemessen an dem Filmabgabe-Betrag, der an der Kinokasse erhoben wird. Die Fernsehsender dürfen die Höhe ihrer Abgabe frei aushandeln, während für die Kinobesitzer die Abgabe auf Basis ihres Umsatzes errechnet wird.
Nach Ansicht des
Bundesverwaltungsgerichts ist die Filmförderabgabe verfassungswidrig. Es sei nicht mit dem Grundgesetz
vereinbar, dass Kinobetreiber und die Videowirtschaft zur Zahlung der
Sonderabgabe per Gesetz gezwungen würden, die Fernsehsender aber lediglich auf
freiwilliger Basis zahlten und die Höhe des Kostenbeitrags frei aushandeln
könnten. Das Bundesverwaltungsgericht setzte die Verfahren über die Klagen von
insgesamt neun Kinobetreibern aus und rief das Bundesverfassungsgericht an.
Die Zeiten, in denen die Fernsehsender Nachwuchsfilmer gefördert haben, sind vorbei. Der Bayerische Rundfunk hat seit mehr als einem Jahr kein Budget mehr für Kinofilme. Der Etat für Kino-Co-Produktionen wurde um sechs Millionen Euro gekürzt. Aber auch alle anderen Sender kürzen, eingespart wird vor allem bei Kinodokumentarfilmen und
internationalen Co-Produktionen. Dabei wäre der mit einem Oskar gekrönte Film "Das Leben der Anderen" von Florian Henckel von Donnersmarck ohne Förderung und den Einsatz von Bettina Reitz (Bayerischer Rundfunk) nie enstanden.
Diese "Unendliche Geschichte" war Anlass des 35. Filmgesprächs der CSU-Filmkommission im Münchner Literaturhaus am 16. Januar 2010. Am Podiumsgespräch, moderiert von Prof. Dr. Hans Stockinger, Vorsitzender der CSU-Filmkommission, hatten teilgenommen:
Siegfried Schneider, Bayerischer Staatsminister
Michael "Bully" Herbig, Schauspieler
Dr. Thomas Negele, Vorsitzender Präsidium und Verwaltungsrat FFA
Eberhard Junkersdorf, Vorstandsvorssitzender bei HDF Kino e.V.
Christine Neubauer, Schauspielerin
Achim Rohnke, Geschäftsführer Bavaria Film GmbH
Prof. Dr. Klaus Schäfer, Stellvertretender Vorsitzender der CSU-Filmkommission
Auch Bully Herbig kritisierte die aktuelle Situation, vor allem die Piraterie seiner Filme im Internet. Das Problem liege dabei vor allem darin, dass sich alle
den Film bei YouTube ansehen. Die DVD würde nicht gekauft, die daraus resultierenden
Einnahmen fielen weg. Der Verkauf von DVDs
eines Films würde aber von Anfang an in die Kalkulation eines Filmes mit einfliessen. Da die Filme im Internet kostenlos zur
Verfügung stünden, entgingen den Filmemachern diese Einnahmen. Durch die Piraterie ginge nicht nur den Filmemachern sondern auch dem Staat viele Steuergelder verloren, so Herbig weiter. Er erklärte, dass er alle seine Filme auch auf YouTube
ansehen könne. Ganz offiziell, ohne irgendwelche Hürden, sauber unterteilt in
Häppchen von je zehn Minuten. "Da kann ich alles finden, was ich gemacht
habe, das ist mein Archiv heute. Es geht schneller, wenn ich auf YouTube gehe,
als wenn ich meiner Assistentin sage, such mir mal den oder den Sketch aus der
Sendung raus". Auch habe die Bundesfilmförderung seinen Film "Schuh des Manitu“ wegen
angeblich zu erwartender Erfolglosigkeit abgeschmettert.
Auf die wichtige Bedeutung der Filmförderung
wies Siegfried Schneider, Bayerischer Filmminister, hin. Schneider: "Die hervorragenden Ergebnisse des Jahres 2009 sind zwar zu allererst Ausdruck der Kreativität unserer Filmschaffenden, aber immer auch zielgerichteten politischen Wirkens und entsprechender Förderung. Ohne eine Förderung auf hohem Niveeau wären diese Leistungen nicht möglich gewesen". Schneider weiter: "Bernd Neumann, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, hat erfreulicherweise die Fortsetzung des DFFF (Deutscher Filmförderfonds) in Höhe von 60 Millionen Euro jährlich bis 2012 angekündigt."
Fortsetzung der "Unendlichen Geschichte" folgt.....