Neujahrsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer
Es gibt drei gesellschaftliche Verpflichtungen, die Horst Seehofer nicht mag: Bierfässer
anzapfen, Tanzen und Stehempfänge. Den Stehempfang musste er allerdings am 8. Januar 2010 über sich ergehen lassen, hatte er doch 1.600 Gäste aus Kirche,
Wirtschaft, Politik und Medien, wie auch ehrenamtlich besonders
engagierte Bürger, zum traditionellen Neujahrsempfang in die Münchner Residenz geladen.
Nach dem Familienfoto mit Sohn Andreas und den Töchtern Susanne und Urlrike im prächtigen Audienz-Zimmer haben Seehofer und seine Frau Karin den Händelschüttel-Marathon von zweieinhalb Stunden stetig lächelnd und gut gelaunt gemeistert. Im letzten Jahr war Finanzminister Georg Fahrenschon das einzige Kabinetts-Mitglied, das sich brav zum Defilee angestellt und deshalb auch die Häme seiner Kabinettskollegen abbekommen hatte. So hatte man dieses Jahr wohl das Protokoll geändert und Minister und Staatssekretäre standen komplett zum Defilieren an. Die Politiker hatten die grossen Orden angesteckt. Die Damen trugen, wie vom Protokoll vorgesehen, ein langes Abendkleid oder Dirndl. Das grau-schwarze Abendkleid von Karin Seehofer hatte an diesem Abend für sehr viel Gesprächsstoff gesorgt. "Trist, unvorteilhaft", "langweilig", "ja wo hat sie denn das her", "hat sie keinen Stilberater" das waren die Kommentare der Gäste. Einfacher hatten es die kirchlichen Würdenträger, wie der Erzbischof von München und Freising Dr. Reinhard Marx.
In seiner Festrede im Kaisersaal hob Seehofer hervor, dass sich sowohl die Bayerische Staatsregierung wie auch die Bundesregierung, aber vor allem die Bürger in Bayern, engagiert gegen die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise stemmen. Seehofer: "Wir sind noch längst nicht überm Berg, auch die Arbeitslosigkeit wird zunehmen." Er lobte besonders "die Kraft und den gefestigten kulturellen Boden" Bayerns. Er dankte auch den vielen ehrenamtlichen Helfern in Bayern. Deren Arbeit sei "ein Zeichen für den starken inneren Zusammenhalt" im Freistaat. "Bayern macht auch stark, dass
die Menschen stolz sind auf ihre Heimat", so Seehofer. Er rief alle dazu
auf, auch in schwierigen Zeiten weiter anzupacken und das Land
voranzubringen. Als politische Schwerpunkte nannte der
Regierungschef "Familie, Bildung, Innovationen". Die Blinden Musiker München umrahmten musikalisch die Rede des
Ministerpräsidenten. Zum Abschluss des offiziellen Teiles spielten sie die Deutsche Nationalhymne und die Bayernhymne.
Warten macht ja bekanntlich hungrig, deshalb wurde das "Flying Buffett" unter anderem mit Rindfleischsalat, Krabbencocktail und Ente mit Polenta von den Anwesenden sehr begrüsst. Für die Weinliebhaber gab es Frankenwein, für die Biertrinker Riegele Bier aus Augsburg. Die grossen Münchner Brauereien waren nicht vertreten.
Viele der Gäste feierten und diskutierten noch bis spät in die Nacht hinein.
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