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Fonsi in Starnberg - Das merkt doch keiner

"Fonsi" alias Christian Springer wurde am Silvesterabend 1964 in München geboren. Seine Bühnenerfahrung reicht zurück bis ins Jahr 1975, wo er  im Kinderchor der Münchner Oper gesungen hat.  Studiert hat er in München: Semitistik, Philologie des christlichen Orients und Bayerische Literaturgeschichte. In Deutschland ist er  ohne Frage einer der kreativsten Kabarettisten.

Als Kassenmann vom Schloss Neuschwanstein und „Grantler“ (bayerisch für einen ein übelgelaunten, ärgerlichen, mürrischen Menschen)  ist er mittlerweile weit über Bayern hinaus bekannt. Scharfzüngig aber zugleich lustig sagt er dem deutschen Menschen wie er wirklich ist. Es sind die Kleinigkeiten des  Alltags, die er auf humorvolle Weise, mit gesetzt gekonnten Pointen, auf die Schippe nimmt.

Christian Springers alter Ego kennt sich aus. Er weiß alles. Er hat immer Recht. Er hat Lösungen für alles.  Fonsi weiß, was die Menschen bewegt und hat den Blick fürs Wesentliche. Wenn sich andere fragen:  Wie werde ich reich und berühmt?", interessiert den Fonsi nur eins: "Wann gibt´s Brotzeit? Kann man Fernseher essen? Stammt der Leberkäs vom Affen ab?“

Veranstalter Wolfgang Ramadan hatte Fonsi mit seinem Programm “Das merkt doch keiner“ am  7. November 2009 nach Starnberg in die Schlossberghalle eingeladen.

Arg strapaziert wurden an dem Abend die Lachmuskeln der Zuhörer. Die deutsche Politik bekommt ihr Fett weg: “Für ein neues Kind bekommt man 100 Euro, für ein altes Auto 2.500. …. Merkel ist in Wirklichkeit der Hape Kerkeling in Frauenkleidern“.  Aber auch weltbewegende Themen wie die Klimakatastrophe werden nicht ausgelassen.  Fonsi: Mit der Klimakatastrophe kommen die ganzen afrikanischen Tiere zu uns. Dann ist es aus mit der bayerischen Tracht. Die Lederhose ist keine Hirschlederne mehr, sondern eine Zebragstreifte". Bei seiner Darstellung der weltweiten “Klimakatastrophengala“ bleibt doch manchem Zuschauer das Lachen im Halse stecken.  Anschaulich schildert er wie auch der letzte Eisberg schmilzt und nur noch ein Eiswürfel im Glas eines Gastes übrig bleibt.

Viele Zuschauer lernen eine  völlig neue Seite von Christian Springer kennen,  Fonsi singt nicht nur, er begleitet sich selbst mit der Zither. Dies ist eine Zither, eine Zither, ich sag’s lieber zweimal, nicht dass hinterher einer sagt der Fonsi hat ein Hackbrett gespielt“.

Programm und Themenfindung ist die Gemeinschaftsarbeit  von 5-6 Personen, unter anderem hilft mir Christoph Süß (deutscher Kabarettist) ….Es ist wie ein Solo-Theaterstück, man muss es auswendig lernen.“ so Christian Springer.  “Es dauert ungefähr ein halbes Jahr bis das Programm steht. Aber ich könnte in der zweiten Hälfte Inhalte austauschen. Ob ich jetzt über die Jugend rede oder wenn mir einfällt ich mache nächste Woche eine Nummer übers Autofahren, dann muss ich die so ins Programm einpassen, dass es inhaltlich schon einen Sinn macht, aber vom Tempo nichts kaputt geht. Ganz am Schluss merkt man es, wenn es sehr schnell wird und ins Stakkato geht. Ich bin kein Kabarettist, der sich auf Klatschern ausruht.“

Er vergleicht sein Kabarett-Programm mit der Musik Ich hab das Tempo in der Hand, das kommt aus der Musik. Bei der besten Stelle in der Arie ist ja die Oper auch nicht zu Ende, dann wird weitergemacht und das Publikum mit reingezogen. Das ist für mich sehr spannend, quasi ein Kabarett-Rap, da wird ja auch mit Sprache Musik gemacht. So was versuche ich auf der Kabarett-Bühne zu machen."

Das  Programm ändert sich auch innerhalb einer Spielzeit : Auf der Bühne fallen mir viele Dinge ein, ich improvisiere, das hat das Programm immens verändert. Ich muss immer wieder Sachen rausschmeissen, sonst wird es immer länger“.

Springer auf die Frage nach dem Ursprung seiner musikalischen Einlagen:  „Ich habe im Kinderchor der Oper angefangen und stand auch zitherspielend auf der Bühne.  Das war lange Zeit vorm Kabarett. So habe ich doch musikalische Wurzeln, auch wenn ich jetzt keinen schönen Gesang auf der Bühne bringe“.

 

FAZIT: Das merkt doch keiner – Muss man gesehen haben

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