Ein neuartiges System zur Unterstützung von
Rettungshunden siegt beim diesjährigen European Satellite Navigation
Competition
In der Allerheiligenhofkirche der
Münchner Residenz wurden am 21.10.2009 bereits zum sechsten Mal die besten
Anwendungs-Innovationen für Satellitennavigation ausgezeichnet. Der mit 20.000
Euro dotierte Hauptpreis ging in diesem Jahr nach Madrid. Darüber hinaus wurden
aus fast 300 eingereichten Projektideen 17 regionale Preisträger und 8
Spezialpreisgewinner für ihre Kreativität und technologische Kompetenz von der
Bayerischen Staatssekretärin Katja Hessel geehrt.
Der European Satellite
Navigation Competition ist ein internationaler Ideenwettbewerb, der die besten
Ideen für Anwendungsinnovationen im Bereich Satellitennavigation auszeichnet. Er
wird seit 2004 von der Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen ausgerichtet und
richtet sich an Firmen, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und
Privatpersonen. Angefangen mit 3 Partnerregionen findet der Wettbewerb in diesem
Jahr bereits in weltweit 18 High-Tech-Regionen statt: Baden-Württemberg, Bayern,
Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Nizza / Sophia Antipolis, Prag,
Südholland, Madrid, Lombardei, Australien, Taiwan und Großbritannien, sowie den
neuen Regionen Øresund, Gipuzkoa, Valencia, Schweiz und Israel.
Der
Ideenwettbewerb soll die Zusammenarbeit dieser Regionen auf internationaler
Ebene weiter verstärken, insbesondere was die Entwicklung von Anwendungen und
Dienstleistungen betrifft, die das europäische Satellitennavigationssystem
Galileo ermöglichen wird. Der European Satellite Navigation Competition steht
unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft,
Infrastruktur, Verkehr und Technologie und wird von der Messe München GmbH
unterstützt.
Die Gewinneridee Osmógrafo® kombiniert
Satellitenpositionierung mit Windmessung und dem Geruchssinn von Rettungshunden,
um bei Flächensuchen die bereits abgesuchten Gebiete besser eingrenzen zu
können. Das spanische Unternehmen GMV wurde für dieses, im Rahmen des 6.
Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission entwickelte System, als
Regionalsieger von Madrid gekürt und erhielt zudem den von Imade, dem Luft-und
Raumfahrt Cluster Madrid, und weiteren Sponsoren wie Deimos und INDRA
ausgeschriebenen Spezialpreis für die beste lebensrettende Anwendung. Die
internationale Jury bestätigte diese Wahl bei der Nominierung des Gesamtsiegers.
José Caro Ramon durfte als Vertreter von GMV am Abend in der Residenz gleich
drei Pokale entgegen nehmen.
Die besten GNSS Anwendungsinnovationen des Jahres 2009
Neben dem mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis wurden
17 Regionalpreise und 8 Spezialpreise vergeben:
Die
Gewinneridee Osmógrafo® kombiniert Satellitenpositionierung mit Windmessung und
dem Geruchssinn von Rettungshunden, um bei Flächensuchen die bereits
abgesuchten Gebiete besser eingrenzen zu können. Das spanische Unternehmen GMV
wurde für dieses, im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen
Kommission entwickelte System, als Regionalsieger von Madrid gekürt und erhielt
zudem den von Imade, dem Luft-und Raumfahrt Cluster Madrid, und weiteren
Sponsoren wie Deimos und INDRA ausgeschriebenen Spezialpreis für die beste
lebensrettende Anwendung. Die internationale Jury bestätigte diese Wahl bei der
Nominierung des Gesamtsiegers. José Caro Ramon durfte als Vertreter von GMV am
Abend in der Residenz gleich drei Pokale entgegen nehmen.
Sieben weitere Preisträger
wurden von Partnern aus Industrie und Forschung für die besten Lösungen in
folgenden Kategorien ausgezeichnet:
- Ralf Nejedl , Leiter des Galileo-Programms bei T-Systems
vergab den Preis für die beste satellitengestützte eHealth-Lösung an ein Team
der Münchner Firma Aipermon. Dr. Thomas Schweizer, Dominik Wegertseder, Nancy
Gimpel, Klaus Roleff und Nils Böffel haben mit AiperCare ein Fernbetreuungssystem
für die häusliche Pflege von Senioren entwickelt, das Bewegungssensoren mit
Satellitenpositionierung und Mobilfunk kombiniert und die pflegenden Personen
via SMS informiert, falls bestimmte, vordefinierte Zustandsveränderungen
eintreffen.
- Dr.
Hubert Reile, Programmdirektor Raumfahrt und Dr. Rolf-Dieter Fischer, Leiter
Technologiemarketing beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zeichneten
ein sicherheitsrelevantes System der RWTH Aachen aus, das die genauen
Positionierungsmarken des European Train
Control System (ETCS) auf den Schienen nutzt, um definierte Galileo-Positionen
von Lokomotiven mit verbesserter Genauigkeit zu verifizieren. Der Preisträger
Dr. René Rütters würde zudem von Nordrhein-Westfalen zum regionalen Gewinner
gekürt.
- Pedro
Pedreira, Exekutiv Direktor der Europäischen Aufsichtsbehörde für
Satellitennavigation (GSA) vergab den Preis der GSA an das Smartphone-basierte Outdoor-Navigationssystem
nogago. Das dreiköpfige nogago-Team, Dr. Sara Brockmans, Dr. Raphael Volz und
Dr. Markus Noga wurde ausgezeichnet für die beste Idee, die sich die speziellen
Eigenschaften des geostationären Erweiterungssystem für GPS, EGNOS, zu Nutze
macht – in diesem Fall für die hochpräzise Navigation.
- Marc
Nadell, Vice-President Partner and Developer Programs bei NAVTEQ präsentierte
die Idee TravMate als Gewinner für den besten ortsbezogenen Dienst, der mit
einem 12-monatigen Inkubationsprogramm im NAVTEQ Network for Developers™ (NN4D)
ausgezeichnet wurde. Das Team vom taiwanesischen Industrial Technology Research
Institute (ITRI), bestehend aus Hui-Kuo Yang, Yu-Hsiang Chuang, Je-Wei Liang,
Chi-Chun Kao, Po-Wen Wang und Shih-Wen Wang hat einen Echtzeit-Touring-Service
für Reisende entwickelt, der neben einem professionellen Servicecenter lokale
„Helfer-Netzwerke“ einbindet, und sich über Nutzungsgebühren und ortsabhängige
Werbeeinnahmen finanzieren soll.
- Der Innovationspreis
der Europäischen Weltraumbehörde ESA ging an Tim Springer von dem hessischen Start-Up Unternehmen PosiTim für
eine Software-Lösung, die allen Dienstanbietern von globalen
Satellitennavigationssystemen (GNSS) und Netzbetreibern Positionierungsdaten im
Milimeter-Bereich bereistellt. Der Preis wurde übergeben von Frank M. Salzgeber,
dem Leiter des Technologie-Transfer-Programms der ESA. Die Idee wurde
gleichzeitig mit dem Regionalpreis für Hessen ausgezeichnet.
- Das
Forum für anwendungsbezogene Satellitennavigation und mobile IT
Baden-Württemberg“ (Forum SatNav MIT BW) vergab erstmals einen Preis für die
beste sicherheitsrelevante Lösung für den Transport- und Logistiksektor. Vergeben
wurde der Award von Siegfried Wagner, dem Direktor des Forums für die Idee
Galileo GeoSeal, die dynamische Anti-Spoofing Codes nutzt, die von einem
Galileo GeoSeal Center garantiert und verifiziert werden, um die Verbreitung
von gefälschten oder potentiell gefährlichen Waren einzudämmen. Klaus Rieck von
der KLR Consult GbR wurde für seine Idee zudem zum Regionalsieger von
Niedersachsen gewählt.
- Ebenfalls erstmals vergeben wurde der GMES Masters, für
die beste Kombination von dynamischen Erdbeobachtungsdaten mit
Satellitennavigation. Prämiert für die beste kommerzielle Anwendung wurde
Jean-Marc Gaubert von dem französischen Start-Up Atmosphere (Thales Spin-Off),
der gleichzeitig über Kleinluftfahrt Wetterdaten komplementiert und Updates an
andere Flugzeuge weitergibt. Die Idee wurde darüber hinaus von der Region Nizza
/ Sophia Antipolis zum Regionalsieger gewählt und hat in der internationalen
Endausscheidung den dritten Platz belegt.
Der zweite GMES-Preis für die beste Anwendung im öffentlichen Sektor ging an
Ludovico de Cinti von der italienischen Firma Altran für ein
GPS-Sensorennetzwerk zur Überwachung und Analyse von großflächigen chaotischen
Systemen wie Meeresströmungen, tektonischen Verschiebungen oder den
Luftverkehr. Vergeben wurden die Auszeichnungen von Thierry Bahougne vom
Ecovalley aus Nizza.
Darüber wurden von den Partnerregionen
des internationalen Ideenwettbewerbs 17 Regionalsieger gekürt:
Das australisch-deutsche
Start-Up Team von Pocketweb - Dr. Alexander Koeppen, Hanno Blankenstein,
Michael Heinzel und Tony Culshaw - wurde von Australien zum Regionalsieger
gekürt, für die Idee Hammer Crowd, einer mobilen, ortsbezogenen Community für
Lastwagenfahrer.
Das vierköpfige GUIGO-Team
bestehend aus Frank Schubert, Christoph Abart, Jakob Jakobsen, Nagaraj
Shivaramaiah und Stefan Kappeler überzeugte die Baden-Württembergische Jury mit
den GUIding GOggles, einer satellitengestützten Brille für Freihand-Führung,
beispielsweise für sehbehinderte oder Sportschwimmer in freien Gewässern.
Gleich zwei regionale Preisträger wurden für
Lawinenrettungssysteme ausgezeichnet:
In Bayern gewannen Wolfgang Inninger vom Fraunhofer
Institut für Materialfluss und Logistik (IML) und Gerd Waizmann von der proTime
GmbH mit ihrem Avalanche Rescue Navigator (ARN), einer satellitenbasierten
Methode zur schnellen, präzisen und gleichzeitigen Lokalisierung von Position
und Tiefe von mehreren Lawinenopfern. In Südholland wurden die drei Studenten Erwin Marges, Stefan Zhelyazkov, Georgos Valaouras für ihren SnowMate
ausgezeichet – ein mobiles Endgerät, das Spaß und Sicherheit auf der Piste
kombiniert. SnowMate nutzt GPS zur Messung von Geschwindigkeit, Strecken- und
Höhenprofilen etc. während über Funk Lawinenopfer einfach und genau lokalisiert
werden können.
Die neue
baskische Region Gipuzkoa nominierte Dr. Kutz Arrieta von iSaski für ein
computerisiertes System zur Optimierung von Anlegemanövern im Hafenbetrieb, das
die Position und physische Beschaffenheit von einlaufenden Schiffen zielgenau
in 3D lokalisiert, was sowohl Sicherheit als auch Effizienz erhöht.
Dr.
Lahav Gan & Dr. Or Peleg von der israelischen Start-Up Firma Dimension 4
Ltd. wurden von der neuen Partnerregion Israel für die erste Festkörper-Atomuhr
auf einem Silikonchip prämiert. Die Idee besteht darin, sich Energieübergänge
in monolithischen Kristallen zu Nutze zu machen, um hochpräzise Taktfrequenzen
zu erzeugen, was die Herstellung von kleinen, preisgünstigen und
energiesparenden Uhren ermöglicht.
In der
Lombardei überzeugte Livio Marradi von Thales Alenia Space Italia die
regionalen Experten mit einer offenen Plattform-Architektur für GNSS-Empfänger,
die GPS, EGNOS und Galileo Signale gleichermaßen verarbeiten kann und damit
erhebliche Vorteile für die Nutzung von derzeitigen und zukünftigen
Satellitenkonstellationen bringt.
Der
tschechische Regionalpreis ging an ein Konsortium aus vier Firmen: Vaclav
Kolcava von COMINFO, Dr Jaroslav Jansa von MacTech City, Jan Korec von Medetron
und Keith Errey von TOUMAZ Technology. Die
prämierte Anwendung heißt INPRESOL und ist ein integriertes System zur pränatalen Fernüberwachung
von schwangeren Frauen, das hilft Zeit und Ort von Frühgeburten zu ermitteln.
Der
erste Schweizer Regionalpreis ging an Prof. Dr. Guido M. Schuster von der HSR
Hochschule für Technik Rapperswil für EveDars, ein on-board Navigationssystem,
das energie-effiziente Fahrstil-Empfehlungen, mit Vorschlägen für
Minimal-Verbrauchs-Routen und Sofort-Feedback zu Spritverbrauch kombiniert und
dadurch hilft, den Energieverbrauch um bis zu 25 Prozent zu senken.
Der
zweite Platz in der Gesamtwertung ging an die taiwanesische Gewinneridee
ShadowGuide. Yi-Cheng Chung und Chi-Chun Chen vom Industrial Technology Research
Institute (ITRI) haben ein Client-Host System für Gruppentouren entwickelt, das
auf einer GPS-fähigen Armbanduhr basiert, das drahtlos mit anderen Uhrenträgern
verbunden ist und über Family Radio Service (FRS) im Ernstfall Hilferufe an
einen Server funken kann.
Rachel
Jacobs von Mudlark, die Regionalgewinnern von Großbritannien, wurde für
Heartlands ausgezeichnet, ein mobiles ortsbezogenes Spiel, bei dem der Körper
eines Spielers den Joystick ersetzt. Gleichzeitig bietet Heartlands eine
globale Plattform für ortsabhängige und biosensorische Unterhaltung.
Die neue
Partnerregion Valencia prämierte die Entwicklung eines intelligenten drahtlosen
Mikrosensoren GNSS Netzwerks für den Einsatz in der Katastrophenüberwachung,
beispielsweise bei Waldbränden oder Schadstoffunfällen. Der Pokal ging an Juan
Barba Polo von der Firma Galileo Geosystems S.L.
Mit regionalen Preisverleihungen in den
Partnerregionen wird der diesjährige European Satellite Navigation Competition
abschließen. Die nächste Runde startet mit einer internationalen Kick-Off
Konferenz vom 3. bis 5. März 2010 im Charlemagne Konferenzzentrum der
Europäischen Kommission in Brüssel.