25 Jahre Hosenträger-Näherei auf der Auer Dult
Ein Stiefkindartikel schrieb Erfolgsgeschichte
Deutschlands einzige mobile Hosenträger-Näherei steht auf der Auer Dult in
München.
Seit 25 Jahren berät und vermisst Friederike von der Gönna Stammkunden
wie Laufkundschaft, um den ultimativen Hosenträger individuell anzupassen.
Unter 300 Bändern, sechs verschiedenen Cliparten und fünf Rückenteilvarian-
ten oder Lederschlaufen zum Anknöpfen darf ausgesucht werden, bis in etwa
zehn bis 20 Minuten auf einer über 100 Jahre alten Singer-Industrienähma-
schine mit Fußbetrieb und einer 60 Jahre alten elektrischen Dürkopp-Adler-
Nähmaschine der Wunsch-Hosenträger vor Ort angefertigt wird.
Durch Familienbande hat sich Friederike von der Gönna schon als Studentin
auf der Dult ein Zubrot verdient und wurde vom „Dult-Virus“ angesteckt. So
bewarb sich die Diplombiologin erfolgreich um einen bereits bestehenden Ho-
senträgerstand, der ausschließlich fertige Konfektionsware im Angebot hatte.
Bald stellte sich heraus, dass die Kunden zwar am Artikel Hosenträger inter-
essiert waren, aber Sonderwünsche hatte: Extrem kurze Träger für Arbeits-
latzhosen zum Beispiel oder besonders lange für die Gummihosen der Angler
oder Fischer. So kam die Idee zu Maßanfertigung von Hosenträgern und ein
Stiefkindartikel wurde zum Lieblingskind von Kundschaft und Friederike von
der Gönna.
Learning by doing hieß es für die Naturwissenschaftlerin, die von der Groß-
mutter das Nähen gelernt hat, und so kann sie heute verschieden hohe Schul-
tern ausgleichen, berät Sportler über den rechten Sitz von Hosenträger und
Beinbekleidung und verkauft jungen Leuten stylische Opa-Hosenträger.
„Lieber Hosenträger als gar keinen Halt“ ist das Motto der Hosenträgernäherei
auf der Auer Dult. Mittlerweile ist die ganze Familie eingespannt und Sohn
Leopold entwickelte sogar einen speziellen Arbeitshosenträger, der als Modell
„Leopold“ das Schulterrutschen der Träger verhindert.