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Bayerischer Kabarettpreis 2010 -   Die Preisträger stehen fest

2010 wird der „Bayerische Kabarettpreis" zum 12. Mal verliehen. Erstmals findet die Preisverleihung, die das Bayerische Fernsehen am Freitag, 30. Juli 2010 ausstrahlt, im Aschaffenburger „Kabarett im Hofgarten" statt. Als Gastgeber und Moderator führt Urban Priol durch den Abend.


Ausgezeichnet werden mit dem:

Senkrechtstarter-Preis: Matthias Egersdörfer

Wenn der Franke Matthias Egersdörfer auf die Bühne kommt, ist Schluss mit lustig. Denn dieser ruppige Charakter hat zu nichts ein normales Verhältnis, schon gar nicht zu seinem Publikum, das sich genau deswegen vor Lachen kaum halten kann. Dass der studierte Germanist nicht nur mit Sprache umzugehen, sondern auch perfekt zu spielen weiß, zeigt er in seinem ersten Bühnenprogramm „Falten und Kleben". Anfangs harmlose Geschichten aus Kindheit und Alltag gipfeln in cholerisch-misanthropischen Anfällen, die den Wahnsinn des alltäglichen Daseins wunderbar komisch widerspiegeln. Egersdörfers enorme, fast bedrohliche Bühnenpräsenz tut ihr übriges, um die Zuschauer in seinen ganz speziellen Kosmos zu entführen.

 

Musikpreis: Annamateur

Anna Maria Scholz alias Annamateur ist ein musikalisches Ausnahmetalent. Die Dresdnerin wuchs in einer musikbegeisterten Familie auf, spielte von klein auf mehrere Instrumente und studierte schließlich Gesang. Seit 2005 wird sie in der Formation „Annamateur & Außensaiter" von einem Gitarristen und einem Cellisten begleitet. In ihrem ersten Liedprogramm „Walgesänge" brilliert sie herrlich selbstironisch unter Einsatz ihrer gesamten Körperfülle. Anna Maria Scholz' Können umfasst ihre faszinierende Stimme, ihr Temperament und ihr komisches Talent. Diese Elemente ergänzen sich zu einem einzigartigen Bühnenerlebnis: schrill, virtuos und begnadet komisch.

 

Hauptpreis: Frank Lüdecke

Frank Lüdecke ist ein Meister des klassischen Polit-Kabaretts. Bereits mit 18 Jahren gründete er das preisgekrönte „Phrasenmäher"-Ensemble. Neben seinen erfolgreichen Bühnenprogrammen mit diesem Ensemble und später als Solist (zuletzt mit dem Programm "Verwilderung") machte er sich auch im Fernsehen einen Namen: in Zusammenarbeit mit Dieter Hallervorden (u.a. für „Spott-Light") sowie als Dauergast beim "Scheibenwischer". Seine feinsinnigen, hochanalytischen Betrachtungen von Gesellschaft und Politik kommen zunächst leise und freundlich daher und entfalten dann mit Verzögerung die Lüdeck'sche schonungslos-bissige, intelligente und nachhaltige Komik. Seine Zuschauer amüsieren sich bestens, bevor ihnen im nächsten Moment der Ernst der Lage so richtig bewusst wird.

 

Ehrenpreis: Gerhard Polt

Keiner steht so für das bayerische Kabarett wie Gerhard Polt. In unzähligen Bühnenprogrammen, Filmen und Büchern zeigte der 67-Jährige immer wieder, dass er ein exzellenter Beobachter von Mensch und Gesellschaft ist. Seine bitterböse Realsatire wendet sich gegen Spießbürger und Kleinkarierte, gegen Doppelmoralisten und die Großkopferten. Gerhard Polts Komik ist Maßstab für das deutsche Kabarett, einmalig und unverzichtbar.

Der 1942 geborene Polt studierte Skandinavistik und arbeitete als Übersetzer, bevor er 1976 zum ersten Mal mit einem Kabarett-Programm auf der Bühne stand. Einem breiten Publikum wurde Polt Ende der 70er Jahre durch die BR-Reihe „Fast wia im richtigen Leben" bekannt, in der er mit Gisela Schneeberger in Sketchen tief in die Angründe der bayerische Seele blicken ließ. 1982 erhielt er für seine „Scheibenwischer"-Nummer über den Bau des Rhein-Main-Donau-Kanals, mit der er die bayerische Staatsregierung gegen sich aufbrachte, den Grimme-Preis in Silber. Polts Filme „Kehraus" (1983), „Man spricht deutsh" (1988) und „Herr Ober" (1991) sind Kult.

Aktuell ist Gerhard Polt als Solist auf Tour, seit dreißig Jahren steht er aber auch immer wieder mit der „Biermösl Blosn" gemeinsam auf der Bühne.

 

1998 initiierte der Bayerische Rundfunk zusammen mit dem Münchner Lustspielhaus erstmals den begehrten Preis, der in vier Kategorien vergeben wird. Die Trophäen hat der bayerische Künstler Klaus Vrieslander gestaltet.


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