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Hans-Christian Schmid mit seinen Schauspielerinnen
v.li.Kerry Fox und Anamaria Marinca
Fotos: ©IPA®
v.li. Ulrich Tukur, Elisabeth Wicki-Eindriss,
Maximilian Schell

Verleihung Bernhard Wicki Filmpreis:
Die Brücke – Der Friedenspreis des Deutschen Films

 

Am 2. Juli 2009 gab es in München eine aussergewöhnliche Premiere.

Eine Symbiose von Theater und Kino, was durch die auf der Bühne aufgestellten Kameras unterstrichen wurde.  Rund 500 geladene Gäste aus Kunst, Kultur und Politik kamen ins Cuvilliés Theater, das wohl schönste Rokkoko Theater in Europa.

Erstmals wurde die feierliche Verleihung des "Bernhard Wicki Filmpreis - Die Brücke - Der Friedenspreis des Deutschen Films" in einem Theater gefeiert. Verliehen wird der Preis vom Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V., zusammen mit der Bayerischen Staatskanzlei und der Spitzenorganisation der Deutschen Filmwirtschaft im Rahmen des Filmfest München.

Nach dem Tod von Bernhard Wicki im Jahre 2000 gründete seine Frau Elisabeth Wicki-Eindriss den Bernhard Wicki Gedächtnis Fond und ist heute Vorstand des Fonds. Sie besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München, arbeitete vor allem am Theater, drehte aber auch einige Kino- und Fernsehfilme. 

Preisträger im Jahre 2009 sind Ulrich Tukur und Hans-Christian Schmid.

Die Jury Mitglieder des Filmpreises 2009 waren Dr. Paula Ewert, Rosilyn Heller, Marco Kreuzpaintner, Fritz Pressmar, Marc Rothemund, Dr. Heinz Ungureit und Elisabeth Wicki-Endriss. 

Schirmherr der Veranstaltung, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer: „Liebe Frau Wicki-Eindriss, wir sind stolz auf Ihr Werk und werden Sie auch in Zukunft finanziell unterstützen.“

Die Moderation des Abends  hatte der Schauspieler Michael Mendl übernommen, der sich „gerne erinnerte“ bereits vor 24 Jahren auf den Brettern des Cuvilliés Theaters gestanden zu haben. 

Der mit 5.000 Euro dotierte Schauspielerpreis ging an Ulrich Tukur für seine Darstellung des John Rabe im gleichnamigen Spielfilm von Florian Gallenberger.Mit seinem bedeutenden, mehrfach preisgekrönten Kinofilm "John Rabe" hat Gallenberger eine historische Figur der Vergessenheit entrissen. Ulrich Tukur spielt diesen Deutschen, der das Siemenswerk in Nanking leitet und aus Verantwortungsbewusstsein und humanistischer Überzeugung, todesmutig, 250.000 Menschenleben rettet. Er zieht alle Register seiner Schauspielkunst. Die Fallhöhe und die Wahrhaftigkeit dieses Ausnahmeschauspielers sind atemberaubend. 

Prominenter Laudator war der Schauspieler und Oskar-Preisträger Maximilian Schell.

Schell begann mit einem Zitat von Bernhard Wicki: „Film kann die Welt nicht verändern oder verbessern, er kann aber ein Klima schaffen, das die Welt verändern kann.“  Schell weiter: „Ich bin Deutschland unendlich dankbar, dass wir über ein halbes Jahrhundert keinen Krieg haben. Der Film hat nicht so eingeschlagen, Uli hat gesagt es ist eine Katastrophe. Deshalb mein Apell an die Politiker, bitte setzen Sie den Film an den Schulen ein, jeder Deutsche sollte ihn sehen.“

Ulrich Tukur:  „Dieser Film hat alle Preise bekommen aber leider keinen Erfolg an den Kinokassen. Man muss die Menschen beurteilen nach dem was sie getan haben und nicht in welchem Lager sie gestanden haben.“ 

Dass Ulrich Tukur nicht nur ein guter Schauspieler ist, sondern auch ein wunderbarer Entertainer, bewiess er danach am Flügel, gemeinsam mit seiner Band „Rhythmus Boys“.
Der Song „Bongo Bongo“ wurde vom Publikum mit frenetischem Beifall belohnt.
Tukur hatte eine besondere Überraschung: ein Geburtstags-Ständchen für Elisabeth Wicki-Eindriss, die an diesem Abend ihren 65. Geburtstag feierte: „Elisabeth ich lieb Dich, Du bist süss“. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit Standing Ovations und lauten Bravo-Rufen. 

 

Mit dem mit 10.000 Euro dotierten Filmpreis, der sich in besonderem Maße der Völkerverständigung und der Unantastbarkeit der Würde eines jeden Einzelnen verpflichtet hat, wurde in diesem Jahr der Film "Sturm" von Hans-Christian Schmid geehrt. Diese deutsch-holländisch-dänische Koproduktion erzählt die Geschichte zweier Frauen aus zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein können. Verknüpft werden ihre Schicksale durch einen Prozess gegen einen mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrecher am UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Der Regisseur erzählt mit seiner ihm eigenen stilsicheren Handschrift, zeitweise semi- dokumentarisch, in eindrucksvollen Bildern von der Spurensuche nach den Verbrechen des ehemaligen Jugoslawienkrieges. 

Laudator Volker Schlöndorff: „Man muss Umwege gehen, um die Menschen zu erschüttern. Schauspieler haben die Arbeit mit Hans Christian Schmid lebhafter gelobt als ich es tun kann.“


Im Anschluss an die Preisverleihung wurde der ausgezeichnete Film den Gästen im Cuvilliés Theater vorgeführt.


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