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„Ewig blühe Bayerns Land – Herzog Ludwig X. und die Renaissance“


Neue Sonderausstellung der Schlösserverwaltung in der Stadtresidenz Landshut eröffnet


„Die neue Sonderausstellung der Schlösserverwaltung führt uns in ein höchst spannendes Kapitel der bayerischen Geschichte: So wie die berühmte Fürstenhochzeit für den Glanz des spätmittelalterlichen Landshut als Residenzstadt des Herzogtums Niederbayern steht, so blickt die Ausstellung auf die weltoffene Epoche der Renaissance, in der sich das in seinen Landesteilen Ober- und Niederbayern wieder vereinte Herzogtum Bayern als frühmoderner Staat ausformte – und für diesen Blick in die Geschichte gibt das eindrucksvolle bauliche Ensemble der Stadtresidenz Landshut den würdigen Rahmen“, stellte  Finanzminister Georg Fahrenschon bei der  Eröffnung der Sonderausstellung  fest.

Im Fokus der Ausstellung steht die Epoche Herzogs Ludwig X. (1495 -1545) und sein spektakulärer Renaissancepalast – die Stadtresidenz Landshut. Die Bayerische Schlösserverwaltung zeigt die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut; ihr Schirmherr ist Ministerpräsident
Horst Seehofer.
 
Die von der  Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen betreute Stadtresidenz Landshut, der Schauplatz der Ausstellung, gilt als der erste im Stil der italienischen Renaissance nördlich der Alpen erbaute Palast. „Für den unbefangenen Besucher ein unerwartetes Stück Italien inmitten Altbayerns, und für den Kenner ein  Juwel der europäischen Kunst- und Architekturgeschichte“, merkte Fahrenschon an. Landshut könne als eine der großen altbayeri-
schen Gründungsstädte auf über 800 Jahre Geschichte zurückblicken. So sei es nahegelegen, die Wittelsbacher Residenzstadt zum Ausgangspunkt einer großen Ausstellung zu bestimmen.

Fahrenschon erinnerte in seinem Blick auf die Geschichte an den Erbauer der
Stadtresidenz,  Herzog Ludwig X., den letzten bayerischen Herzog, der in Landshut
regierte und der zunächst nicht für die Regierung bestimmt war. Sein Vater Alb-
recht IV. hatte mit dem Sieg im Landshuter Erbfolgekrieg die Einheit des Herzog-
tums Bayern nach 250 Jahren der Landesteilung wieder hergestellt. Zur Sicherung
der Einheit sprach er 1506 die Herrschaft dem Erstgeborenen zu, seinem Sohn
Wilhelm IV. Dennoch konnte der zweitgeborene Ludwig 1514 seine Mitregierung
erstreiten. So regierten von 1514 bis 1545 die Brüder Wilhelm IV. und Ludwig X.
das Herzogtum Bayern gemeinsam. „Sie schufen nicht nur wesentliche Grundlagen
für die Landesverwaltung, wie etwa das erste gesamtbayerische Gesetzbuch. Am
Beginn des konfessionellen Zeitalters stellten die Herzöge mit der Parteinahme für
den katholischen Glauben auch Weichen, die den bayerischen Weg bis heute ge-
prägt haben“, betonte Fahrenschon. Während Wilhelm IV. in München regierte,
war Landshut die Residenzstadt Ludwigs X. Der weltoffene Renaissancefürst
machte seinen Landshuter Hof zu einem bedeutenden Zentrum humanistischer Ge-
lehrsamkeit und höfischer Kunst der Renaissance. Er förderte bedeutende Gelehrte,
wie den großen  bayerischen Historiker Johannes Aventin oder den Mathematiker
und Astronom Peter Apian. Die umfangreiche humanistische Bibliothek von Lud-
wigs herzoglichem Rat Johann Albrecht von Widmanstetter wurde beispielsweise
der Grundstock der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek. Als mäzenatischer
Auftraggeber habe Ludwig einen wichtigen Beitrag zur Begründung des heutigen
Reichtums der bayerischen Kunstsammlungen geleistet,  so Fahrenschon.
 
„Der in die Zukunft gerichtete Wahlspruch Ludwig X. – „Ewig blühe Bayerns
Land“ – der als Motto der Ausstellung gewählt wurde und schon fast zum geflügel-
ten Wort geworden ist, verweist also zum Einen auf seinen politischen Beitrag zur
Entwicklung eines geeinten und starken bayerischen Staates. Er kennzeichnet aber
auch das erstmals in seiner Hofkultur etablierte neue Verständnis der Bedeutung
von Kunst und Wissenschaft für die Blüte des Landes – ein modernes Verständnis,
das wir heute uneingeschränkt teilen“
, hob Fahrenschon hervor. 
 
Die Ausstellung der Bayerischen Schlösserverwaltung versammelt mit über 200
hochkarätigen Leihgaben die Kunst des Landshuter Hofs am ursprünglichen Ort –
in den Renaissancesälen seiner Residenz; sie rückt seinen spektakulären Palastbau - 3 -
selbst in den Mittelpunkt und entwirft mit vielen historischen Dokumenten ein le-
bendiges Bild dieser Epoche. 
 
Fahrenschon wies auch auf die zahlreichen baulichen Verbesserungen in der Stadt-
residenz im Vorfeld der Ausstellung hin. So sei etwa bereits 2004 zum 800jährigen
Stadtjubiläum der Deutsche Bau der Stadtresidenz für die Nutzung durch die Mu-
seen der Stadt Landshut saniert und modernisiert worden. Der Italienische Bau mit
seinen bedeutenden historischen Prunksälen sei nun für die Ausstellung behutsam
nachgerüstet worden. Erstmals sei es nun im Zuge der Ausstellung möglich, die
Deckenmalerei der Renaissance in wunderbarer Ausleuchtung zu betrachten, hob
Fahrenschon hervor. Mehr als eine Million Euro seien allein in die baulichen und
restauratorischen Vorbereitungen für die Ausstellung geflossen, der Ausstellungs-
etat umfasse weitere 1,5 Millionen Euro. Die Ausstellung in 25 Räumen der Stadt-
residenz führe den Erlebniswert und das museale Potential der Stadtresidenz ein-
drucksvoll vor Augen. Die Schaffung der musealen Infrastruktur sei gleichzeitig
ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum zukünftigen Museumskomplex im Herzen
der Stadt Landshut, den der Freistaat und die Stadt Landshut gemeinsam bespielen
werden, kündigte Fahrenschon an. 
 
Weitere Informationen Im internet:  www.schloesser.bayern.de und
www.ausstellung-landshut.de

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