Fulminanter Abschluss der "1. Tiroler Beethoventage"
Mit einem fulminanten Abschlusskonzert im Passionsspielhaus
Thiersee sind die
"1. Tiroler Beethoventage" zu Ende gegangen.
Vorangegangen war eine ganze Woche von höchstem Kunstgenuss mit den K&K
Philharmonikern und dem K&K Opernchor in unterschiedlichen Spielstätten der
Tiroler Bergwelt. Im Dom zu Ebbs, dem Kursaal in Bad Häring, dem Stadtsaal in
Kufstein und im Passionsspielhaus Thiersee wurde der Gast auf eine musikalische
Reise mit Beethoven und seinen Zeitgenossen entführt. Die Orte gehören alle zum
Ferienland Kufstein, welches das
Festival mit aus der Taufe gehoben hat.
Trotz hochsommerlicher Temperaturen haben viele Einheimische,
sowie in- und ausländische Gäste das Abschlusskonzert dem Biergarten vorgezogen. Das Haus war restlos ausverkauft.
Unter der Leitung von Martin Kerschbaum machte die Overtüre „Die Entführung aus
dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart den Anfang. "Die ist
ganz kurz", schrieb Mozart
an seinen Vater, "sie wechselt
immer zwischen Forte und Piano ab,
wobei beim Forte allzeit die türkische Musik einfällt...und ich glaube man
wird dabei nicht schlafen können, und sollte man die ganze Nacht durch nicht
geschlafen haben“. Beim Einsatz von
Triangel, Becken und grosser Trommel der K&K Philharmoniker ist im Publikum
trotz der Hitze wohl keiner eingeschlafen.
Ausgezeichnet die Solisten Katerina
Sikolova-Rauer, Alice Rath, Tilmann Unger und Stephan Klemm.
Das
Finale: Beethovens "Neunte“. Sie gilt
als die bekannteste Sinfonie der Welt. Durch die Vertonung von Schillers "Ode
an die Freude“ wurde sie zu einem
musikalischen Hoffnungsträger für die Ideale Freiheit, Frieden und Solidarität.
1985 wurde sie zur offiziellen Hymne der Europäischen Union ernannt. Die
berühmte Zeile "Freude schöner Götterfunken“, haben einige Zuhörer im Saal
begeistert mitgesungen. Lange anhaltender Beifall und stehende Ovationen war
die Belohnung für die imposante Aufführung der K&K Philharmoniker und dem K&K
Opernchor.
Nachdem
der letzte Schlussakkord verklungen war, öffneten sich die Türen und das
Publikum strömte hinaus in die laue Nacht. Der Veranstalter DaCapo hatte eine
besonere Überraschung für die Gäste: Ein Feuerwerk über dem romantisch gelegenen Thiersee.
Die
Tiroler Beethoventage finden vom 15. bis 22. Mai 2010 statt und werden zu einer festen
Institution im Veranstaltungs-Reigen des Ferienlandes Kufstein.
Fotos vom Abschlusskonzert bitte auf Weiter klicken....
Wir konnten ein kurzes Interview mit Matthias
Georg Kendlinger, dem Gründer
der K&K Philharmoniker und des K&K
Opernchores führen:
Herr Kendlinger, wie sind Sie ausgerechnet auf Beethoven gekommen ?
Es war bei den gemischten Konzerten, die ich bisher
dirigiert habe. Mit gemischten Programmen habe ich eine größere Nähe zu
Beethoven verspürt als zu anderen Komponisten. Vielleicht auch deshalb weil mir
seine Lebensphilosophie die er gehabt hat, mit sehr gut gefällt. Danach habe
ich alle Häuser in der Region besichtigt und bin dann auf das Passionsspielhaus
in Thiersee gestossen. Ich habe den geistigen Charakter und die Ausstrahlung
die das Haus hat gesehen und bemerkt und habe gedacht, da passt Beethoven her
und sonst nirgends wohin. Das war eigentlich der Grund für Beethoven.
Wie geht es weiter mit den Beethoventagen ?
Die Termine für die nächsten 2 Jahre stehen schon fest. Es
ist ganz gut angelaufen dieses Jahr, wir sind sehr zufrieden, liegen sogar über den Erwartungen die wir gehabt haben.
Was wir in den kommenden Jahren spielen werden ist Beethoven
und seine Zeitgenossen, d.h. Mozart, Haydn, Schubert dazu. Man kann sich hier
in dem Haus vorstellen, dass man Beethoven auch vertanzen würde. Wir wollen
evtl. Egmont modern vertanzen, wir wollen auch die Jugend näher zu dieser Musik
bringen, es gibt viele Ideen.
Es ist sehr anstrengend diese vielen Programme gut
vorbereitet zu spielen, wir wollen sie auch nicht abspulen sondern wirklich
spielen. Auf der anderen Seite ist es auch unsere einzige Möglichkeit wo wir
auf einem Punkt längere Zeit bleiben können. Hier sind es 10 Tage. Wir touren normalerweise durch ganz
Europa und verbringen im Durchschnitt nahezu jeden Tag 500 km im Bus.
Wie setzt sich Ihr Orchester zusammen ?
Alles Ukrainer, ich habe mein Orchester in Lemberg gegründet
vor 7 Jahren. Es sind ca. 70 fest
beschäftigte Musiker, bisher haben über 700 Musiker hinterm Vorhang vorgespielt. Beim
Chor ist es dasselbe. Beim Chor habe ich aufgebaut auf dem Lemberger Kammerchor.
Dazu haben wir mehrere Choristen zusätzlich angeheuert. Es sind viele Solisten
aus der Staatsoper Lemberg dabei.
Wie verständigen Sie sich mit den Musikern ?
Zur Hälfte deutsch, zur Hälfte englisch. Es können einige
deutsch, die waren ja bei der K&K Monarchie, 300 Jahre Österreich. Sie
erinnern sich gerne noch wenn man dahin kommt und sagt man ist aus Österreich.
Das waren ja die goldenen Zeiten damals. Lemberg ist eine Millionenstadt. Ukraine
ist das zweitgrößte Land Europas. Die Musiker reisen teilweise über 1000 km zu
den Proben an.
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Informationen und sämtliche Konzerttermine finden Sie auf der Website
www.dacapo.at.